

Am Mittwochabend empfingen die Alten Herren des FC Freiburg-St. Georgen den SC Mengen. Bei Temperaturen, bei denen normalerweise höchstens noch der Kühlschrank freiwillig arbeitet, stand am Ende ein deutliches **7:0** für die Grün-Weißen.
Dabei setzte St. Georgen auf eine taktische Innovation, die sich durchaus durchsetzen könnte: Wenn es zu heiß wird, wechselt man zur Halbzeit einfach die komplette Mannschaft aus. Dank eines erfreulich großen Kaders standen somit zwei nahezu unterschiedliche St. Georgener Teams auf dem Platz. Der SC Mengen hatte diese Möglichkeit nicht und konnte vor allem läuferisch mit zunehmender Spielzeit nicht mehr mithalten. So war der Sieg am Ende auch in dieser Höhe verdient.
Für die Tore sorgten Markus L., Eni, Tutti (2), Niklas und Thomas P. – dazu steuerte Mengen noch ein Eigentor bei. Besonders erfreulich: Neben den üblichen Verdächtigen gab es einige persönliche Geschichten zu feiern.
Chris Z. absolvierte sein erstes Spiel seit ungefähr einem Jahrzehnt, wurde direkt als Innenverteidiger aufgestellt und spielte zu null. Ob das nun an herausragendem Stellungsspiel, jahrzehntelanger Erfahrung oder schlicht daran lag, dass Mengen irgendwann keine Kraft mehr hatte, wird intern noch ausgewertet.
Thomas P. wurde erstmals als Stoßstürmer eingesetzt und tat das, was ein Stoßstürmer tun soll: Er traf. Und zwar stilecht per Kopf. Damit dürfte die Positionsdiskussion neu entfacht und für eine hohe Trainingsbeteiligung in den kommenden Wochen sorgen.
Und auch Niklas zeigte bei seinem Debüt in Grün keinerlei Eingewöhnungsprobleme: Vorlage, eigenes Tor – willkommen im Verein! Der FC Freiburg-St. Georgen bestätigt damit einmal mehr seinen Ruf als hervorragender Integrationsverein: Neue Spieler kommen, werden herzlich aufgenommen und müssen möglichst sofort Tore schießen.Die alten beziehungsweise üblichen Verdächtigen erledigten währenddessen ebenfalls zuverlässig ihren Job. Besonders Tutti ließ sich nicht lumpen und traf gleich doppelt.
Am Ende standen sieben Tore, zwei eingesetzte Mannschaften, ein Comeback nach zehn Jahren, ein erfolgreicher Stoßstürmer-Versuch und ein gelungenes Debüt. Viel mehr kann man von einem Mittwochabend eigentlich nicht verlangen. Das dabei in der Halbzeit sogar eine Taktiktafel auftauchte soll auch nicht ohne Erwähnung bleiben.
Und wie geht es weiter?
Natürlich wird weiter an der Taktik gefeilt, denn spätestens im kommenden Jahr wollen die Alten Herren in Meisterschaft und Pokal angreifen. Bis dahin gilt es allerdings, das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren: Bei solchen Temperaturen ausreichend trinken und nach dem Spiel möglichst lange zusammensitzen.
Denn so schön sieben Tore und ein 7:0 auch sind: Am Ende zählen bei den Alten Herren (und Damen) vor allem die Mannschaft und die Menschen dahinter. Und vielleicht ein bisschen auch, wer die nächste Runde zahlt.
