
Was für ein Auftakt! Die AH des FC Freiburg-St. Georgen startet mit einem hochverdienten 4:0-Erfolg gegen die SG Ihringen/Wasenweiler in die neue Spielrunde. Vier Tore, hinten die Null und phasenweise Kombinationsfußball, bei dem selbst Pep Guardiola anerkennend genickt hätte. Ein Auftakt nach Maß also – auch wenn nicht alle Akteure restlos zufrieden waren. Stein des Anstoßes war allerdings weniger die eigene Leistung als vielmehr der Luftdruck im Spielgerät. Manch einer hätte sich offenbar einen etwas weicheren Ball gewünscht. Aber gut, bei so viel Zauberfußball muss eben auch das Material mitspielen.
Von Beginn an übernahmen die Hausherren das Kommando. Der Ball lief geschmeidig durch die eigenen Reihen, Chancen wurden beinahe im Minutentakt herausgespielt und die Gäste konnten sich bei ihrer Defensive und dem eigenen Schlussmann bedanken, dass es nicht schon frühzeitig klingelte. Einzig die Chancenverwertung ließ zunächst zu wünschen übrig. Die Startelf hatte offensichtlich beschlossen, das Toreschießen lieber den Kollegen von der Bank zu überlassen.
Und so schlug die Stunde von Adam Bloch. Kaum eingewechselt, brauchte dieser exakt einen Ballkontakt, um zu demonstrieren, dass Fußball manchmal ganz einfach sein kann. Nach einem Zucker-Zuspiel von Niklas nahm Adam Maß und jagte die Kugel unhaltbar ins lange Eck. 1:0! Mindestens ebenso bemerkenswert: Das goldene Händchen von Trainerfuchs Jakob, der mit seiner Einwechslung eindrucksvoll bewies, dass er nicht nur gut aussieht an der Seitenlinie, sondern offenbar auch ein feines Gespür für den richtigen Moment besitzt.
Bis zur Halbzeit hätte die Führung durchaus deutlicher ausfallen können. Doch auch wenn vorne noch reichlich Luft nach oben war – im Gegensatz zum Ball, versteht sich – stand hinten die Null. Die Defensive um Abwehrchef Fabrice und Jojo zwischen den Pfosten zeigte sich hellwach und überstand auch die kurze Drangphase der Gäste souverän. So ging es mit einer verdienten, aber aus St. Georgener Sicht fast schon bescheidenen Führung in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel betrat dann endgültig Clemens Meier seine ganz persönliche Fußballbühne. Zunächst fasste er sich außerhalb des Sechzehners ein Herz und beschleunigte den Ball mit seinem rechten Spann derart brachial, dass vermutlich noch immer nachgemessen wird, ob die Kugel zwischenzeitlich die Schallmauer durchbrochen hat. Ein Strahl, ein Geschoss, ein absolutes Traumtor – 2:0!
Doch Clemens hatte offenbar noch nicht genug. Beflügelt von seinem Treffer setzte er wenig später zu einem Solo an, bei dem gefühlt die komplette Mannschaft aus Ihringen und Wasenweiler einmal zum Tanz gebeten wurde. Als schließlich sämtliche Gegenspieler ausgedribbelt waren, bewies er auch noch Übersicht und legte uneigennützig auf den mitgelaufenen Frido quer. Der musste nur noch einschieben – 3:0!
Böse Zungen behaupten allerdings, dass Frido nur deshalb so mutterseelenallein stand, weil der andere Meier im Team mit seiner bloßen Anwesenheit sämtliche verbliebenen Defensivspieler auf sich gezogen hatte. Wissenschaftlich belegt ist diese These bislang nicht. Eine entsprechende Untersuchung dürfte aber in wenigen Wochen Aufschluss darüber geben.
Und weil die St. Georgener an diesem Mittwoch einfach nicht müde wurden, gab es zum Abschluss noch den vierten Treffer obendrauf. Das 4:0 war die logische Konsequenz aus unermüdlichem Offensivdrang, Spielfreude und einer Mannschaft, die an diesem Abend sichtlich Spaß am gemeinsamen Kicken hatte. Auch in dieser Höhe ein absolut verdienter Erfolg!
Besonders erfreulich: Während auf dem Platz vier Tore erzielt und drei Punkte eingefahren wurden, wurde parallel sogar noch trainiert – Danke nochmal an die A-Jugend für das Teilen der Platzhälfte! Was früher bei der AH eher nach einer organisatorischen Unmöglichkeit geklungen hätte, ist inzwischen Realität. Der Kader wächst und wächst, die Trainingsbeteiligung stimmt und die Konkurrenz um die begehrten Plätze auf dem Spielberichtsbogen nimmt zu. Da geht was in St. Georgen!
Nun gilt es, die Euphorie mitzunehmen, die Trainingsleistungen hochzuhalten und sich auf die nächste Aufgabe vorzubereiten. In zwei Wochen geht es donnerstags nach Hecklingen. Bis dahin bleibt genügend Zeit, die Feinabstimmung weiter zu verbessern, die Torschussqualitäten zu schärfen und vor allem eine der wichtigsten Fragen abschließend zu klären: Wie viel Luft gehört eigentlich in einen Fußball?
Endergebnis: FC Freiburg-St.Georgen AH – SG Ihringen/Wasenweiler AH 4 : 0 (zum Spiel auf Fußball.de)
